Labels sind die kurzen Bezeichnungen, mit denen queere Leute sich und ihre Vorlieben beschreiben: Top, Bottom, Twink, Bear, Dom, Sub, queer. Sie sind Abkürzungen für längere Gespräche, mehr nicht. Wer nach ihrer Bedeutung fragt, meint meistens eine andere Frage: ob man eines braucht.
Wofür sie taugen
Labels leisten echte Arbeit. Sie machen Verständigung schnell, weil ein Wort erledigt, wofür sonst drei Sätze nötig wären. Sie stellen Verbindungen her, weil sie Leute mit ähnlichen Vorstellungen zusammenbringen. Sie sind ein Zugang zu Community, gerade am Anfang, wenn du die Szene noch nicht kennst. Und manchmal helfen sie beim Sortieren der eigenen Person: ein Wort zu finden, das passt, ordnet ein Gefühl, für das vorher keine Sprache da war.
Was sie nicht sind
Kein Vertrag. Nichts an einem Label verpflichtet dich, es morgen noch zu tragen oder überhaupt eines zu wählen. Du schuldest niemandem eine Kategorie, weder an der Bar noch im Profil noch in der eigenen Familie. Kategorien dürfen sich ändern, und sie tun es regelmäßig: mit dem Alter, mit Erfahrungen, mit Menschen. Das Missverständnis beginnt dort, wo aus einer Beschreibung eine Zuständigkeit wird, wo also jemand ein Label liest und daraus ableitet, was du zu tun hast.
AT TWINK DEATH
Diese ganze Serie ist ein Wörterbuch der Labels, und trotzdem steht keines davon an der Tür. Der englische Kernsatz dieses Eintrags lautet "Use the label. Don't let the label use you." Benutz das Wort, solange es dir nützt. Leg es weg, sobald es dir Vorschriften macht. Beides ist jederzeit möglich und muss niemandem angekündigt werden.
Verwandte Begriffe
- Twink — ein Label, das ganze Karrieren an Missverständnissen ausgelöst hat.
- Top — Rollenbezeichnung, nicht Charakterbeschreibung.
- Bottom — dasselbe von der anderen Seite.
- The Dictionary Isn't The Rulebook — warum dieses Wörterbuch nichts festlegt.