Awareness
Awareness-Konzept
Gültig für alle Veranstaltungen von Twink Death.
Twink Death ist mehr als eine Party. Twink Death ist eine Community für Menschen, die sich durch elektronische Musik, Freiheit, Offenheit und gegenseitigen Respekt verbunden fühlen.
Auf unseren Veranstaltungen sollst du feiern, tanzen, anderen Menschen begegnen und authentisch du selbst sein können.
Du bist unabhängig von deiner Herkunft, deiner Geschlechtsidentität, deiner sexuellen Orientierung, deinem Alter, deinem Körper oder deinem äußeren Erscheinungsbild willkommen.
Dabei gilt ein einfacher Grundsatz:
Deine Freiheit endet dort, wo die Grenzen eines anderen Menschen beginnen.
Respekt, gegenseitige Rücksichtnahme und Consent sind deshalb keine Empfehlungen. Sie sind die Grundlage jeder Veranstaltung.
1. Unsere Werte
Bei Twink Death stehen Offenheit, Vielfalt, gegenseitiger Respekt und Eigenverantwortung im Mittelpunkt.
Du sollst frei feiern können, ohne Angst vor Diskriminierung, Belästigung oder Übergriffen haben zu müssen. Gleichzeitig bist du dafür verantwortlich, die Grenzen und die Sicherheit anderer Menschen zu respektieren.
Diskriminierendes, menschenverachtendes oder einschüchterndes Verhalten wird nicht toleriert.
Dazu gehören insbesondere:
- Homophobie und Queerfeindlichkeit
- Transfeindlichkeit
- Rassismus
- Antisemitismus
- rassistische Diskriminierung aufgrund einer tatsächlichen oder zugeschriebenen Religion
- Sexismus
- Ableismus
- Body Shaming
- Belästigung
- Stalking
- Einschüchterung
- Beleidigungen
- absichtliche Grenzüberschreitungen
Auch aggressives Verhalten, Drohungen oder andere Handlungen, durch die sich Menschen unsicher, bedrängt oder unwohl fühlen, haben bei Twink Death keinen Platz.
Wenn du gegen diese Grundsätze verstößt, musst du mit dem sofortigen Ausschluss von der Veranstaltung und gegebenenfalls mit einem dauerhaften Hausverbot rechnen.
2. Awareness-Team
Während der gesamten Veranstaltung steht dir unser Awareness-Team als Anlaufstelle zur Verfügung.
Wende dich jederzeit an das Awareness-Team, wenn:
- du dich unwohl fühlst
- du bedrängt oder belästigt wirst
- deine Grenzen überschritten wurden
- du einen Vorfall beobachtet hast
- du dir Sorgen um eine andere Person machst
- du Unterstützung, einen geschützten Ort oder ein Gespräch benötigst
Du musst nicht sicher wissen, ob eine Situation „schlimm genug" ist. Dein Unwohlsein reicht aus, um Unterstützung zu erhalten.
Solltest du das Awareness-Team nicht unmittelbar finden, sprich den Einlass, die Security oder das Barteam an. Diese stellen den Kontakt zum Awareness-Team her.
Das Awareness-Team hört dir zu, nimmt deine Wahrnehmung ernst und behandelt das Gespräch vertraulich.
Im Mittelpunkt steht die betroffene Person. Sie entscheidet, welche Unterstützung sie benötigt und welche nächsten Schritte für sie vertretbar sind, soweit dadurch keine unmittelbare Gefahr für andere Personen bestehen bleibt.
Vor Ort geht es nicht darum, Schuldfragen öffentlich zu diskutieren oder Betroffene zu einer Rechtfertigung zu zwingen. Ziel ist es, die Situation zu entschärfen, Schutz herzustellen und gemeinsam eine tragfähige Lösung zu finden.
Auch wenn du zum ersten Mal bei Twink Death bist oder dir unsicher bist, darfst du jederzeit um Hilfe bitten. Du musst eine unangenehme oder bedrohliche Situation nicht allein bewältigen.
3. Consent
Consent ist die Grundlage jeder zwischenmenschlichen und sexuellen Begegnung.
Nur ein freiwilliges, bewusstes und eindeutiges Ja ist ein Ja.
Schweigen bedeutet keine Zustimmung.
Flirten bedeutet keine Zustimmung.
Tanzen bedeutet keine Zustimmung.
Kleidung bedeutet keine Zustimmung.
Körperliche Nähe bedeutet keine Zustimmung.
Ein früheres Ja bedeutet keine Zustimmung für eine spätere Handlung.
Ein Ja zu einer Handlung bedeutet nicht automatisch ein Ja zu einer anderen Handlung.
Consent kann jederzeit zurückgezogen werden.
Ein Nein muss niemals erklärt oder begründet werden.
Achte auf verbale und nonverbale Signale. Wenn du dir nicht sicher bist, frage nach. Bleibt die Zustimmung unklar, unterbrich die Situation.
Dränge niemanden. Überrede niemanden. Frage nach einem Nein nicht wiederholt weiter.
Alkohol oder andere berauschende Substanzen ersetzen keinen Consent. Eine Person, die offensichtlich nicht mehr selbstbestimmt entscheiden oder die Situation überblicken kann, kann keinen wirksamen Consent geben.
Wenn du die Grenzen einer anderen Person nicht respektierst, verstößt du gegen die Grundwerte und Hausregeln von Twink Death.
4. Verhalten auf der Veranstaltung
Dancefloor
Der Dancefloor ist ein Ort zum Tanzen, Feiern und Begegnen.
Auch auf einem vollen Dancefloor musst du die körperlichen und persönlichen Grenzen anderer Menschen respektieren.
Unbeabsichtigter Körperkontakt kann vorkommen. Bewusstes Berühren, Festhalten, Antanzen oder andere körperliche Annäherungen dürfen jedoch nur einvernehmlich erfolgen.
Akzeptiere es, wenn eine Person keinen Kontakt möchte, sich entfernt oder ein Gespräch beendet.
Verfolge niemanden durch den Club. Sprich eine Person nicht wiederholt an, nachdem sie erkennbar kein Interesse gezeigt hat.
Selbstbewusstes Auftreten, provokantes Tanzen, Freizügigkeit oder körperliche Nähe sind niemals automatisch eine Einladung zu Berührungen oder sexuellen Handlungen.
Darkroom und Play Areas
Sexuelle Begegnungen können Teil einer Twink-Death-Veranstaltung sein.
Gerade in Darkrooms und Play Areas gilt Consent besonders konsequent.
Bevor du eine Person berührst oder dich an einer Situation beteiligst, musst du sicherstellen, dass alle Beteiligten ausdrücklich einverstanden sind.
Greife nicht ungefragt in eine bestehende Situation ein.
Setze niemanden unter Druck.
Berühre niemanden ohne Zustimmung.
Nutze keine Unsicherheit, Unerfahrenheit oder eingeschränkte Entscheidungsfähigkeit aus.
Jede beteiligte Person darf eine Situation jederzeit unterbrechen oder beenden. Ein Stopp, ein Nein, ein Zurückweichen oder ein erkennbares Unwohlsein müssen sofort respektiert werden.
Auch in anonymen, dunklen oder sexuellen Bereichen bleiben die Grenzen jeder einzelnen Person verbindlich.
Private und abgegrenzte Bereiche
Geschlossene Türen, Vorhänge oder andere sichtbare Abgrenzungen sind als persönliche Grenze zu verstehen.
Betritt einen solchen Bereich ausschließlich mit der ausdrücklichen Zustimmung aller beteiligten Personen.
Eine Abgrenzung darf nicht eigenmächtig geöffnet, verschoben oder umgangen werden.
5. Sex Positive bedeutet Respekt
Twink Death versteht Sexualität als einen selbstbestimmten und positiven Teil queerer Kultur.
Fetisch, Kink, Freizügigkeit und Sexualität können Teil der Veranstaltung sein. Du entscheidest selbst, ob und in welchem Umfang du daran teilnehmen möchtest.
Sex Positive bedeutet jedoch nicht grenzenlos.
Nicht akzeptiert werden:
- fehlender oder unklarer Consent
- bewusste Grenzüberschreitungen
- Druck und Überredung
- das Ausnutzen von Unsicherheit
- das Ausnutzen von Alkohol oder anderen Substanzen
- das Ausnutzen mangelnder Erfahrung
- Manipulation
- jede Form von Machtausübung gegen den Willen einer anderen Person
Du darfst jederzeit Nein sagen, deine Meinung ändern, eine Situation verlassen oder Unterstützung anfordern.
Du bist zu keiner sexuellen Handlung verpflichtet. Das gilt auch dann, wenn du dich zuvor interessiert gezeigt, geflirtet, eine Play Area betreten oder bereits anderen Handlungen zugestimmt hast.
Selbstbestimmung gilt für alle Beteiligten.
6. Zero Tolerance Policy
Die Sicherheit der Gäste hat oberste Priorität.
Der Besitz, der Handel, die Weitergabe und der Verkauf illegaler Drogen sind auf den Veranstaltungen von Twink Death verboten.
Auch der Konsum illegaler Drogen sowie ein verantwortungsloser Umgang mit Alkohol oder anderen berauschenden Substanzen werden nicht akzeptiert.
Wenn du mit illegalen Drogen handelst, diese verkaufst oder weitergibst, wirst du ohne Vorwarnung von der Veranstaltung ausgeschlossen. In der Regel erhältst du ein dauerhaftes Hausverbot.
In schwerwiegenden Fällen oder bei einer konkreten Gefährdung anderer Personen behalten sich Veranstaltungsleitung und Security vor, die Polizei einzuschalten.
Solltest du aufgrund von Alkohol oder anderen Substanzen nicht mehr in der Lage sein, selbstbestimmt zu entscheiden oder Verantwortung für dich zu übernehmen, steht deine medizinische und persönliche Sicherheit an erster Stelle.
Eine eingeschränkte Einwilligungsfähigkeit darf niemals ausgenutzt werden.
7. No Photo Policy
Twink Death lebt von Vertrauen und Privatsphäre.
Du sollst frei feiern können, ohne befürchten zu müssen, ungefragt fotografiert oder gefilmt zu werden.
Deshalb gilt auf allen Veranstaltungen eine konsequente No Photo Policy.
Beim Einlass werden die Kameras von Mobiltelefonen mit einem Sicherheitssiegel abgeklebt.
Du darfst das Siegel während der Veranstaltung nicht entfernen, beschädigen oder umgehen. Ein Verstoß kann zum sofortigen Ausschluss von der Veranstaltung führen.
Foto-, Video- und Tonaufnahmen sind grundsätzlich nicht gestattet. Dies gilt auch für Aufnahmen, die nicht veröffentlicht oder nur privat geteilt werden sollen.
Ausnahmen gelten ausschließlich für offiziell von Twink Death autorisierte Fotograf:innen oder Videograf:innen. Diese sind klar erkennbar und dürfen einzelne Personen nur aufnehmen, wenn diese der konkreten Aufnahme ausdrücklich zugestimmt haben.
In Darkrooms, Play Areas, Toiletten und anderen intimen oder besonders geschützten Bereichen sind Aufnahmen ausnahmslos verboten.
Solltest du beobachten, dass eine Person fotografiert oder filmt, informiere unverzüglich das Awareness-Team, die Security, den Einlass oder das Barteam.
Die Privatsphäre aller Gäste hat jederzeit Vorrang.
8. Umgang mit Vorfällen
Jede Meldung wird ernst genommen und individuell bewertet.
Wenn du einen Vorfall meldest, wird zunächst geprüft, welche unmittelbare Unterstützung und welcher Schutz erforderlich sind.
Je nach Situation können das Awareness-Team, die Security und die Veranstaltungsleitung unter anderem folgende Maßnahmen ergreifen:
- die beteiligten Personen voneinander trennen
- die betroffene Person an einen geschützten Ort begleiten
- eine Vertrauensperson hinzuziehen
- ein Taxi oder eine sichere Heimfahrt organisieren
- medizinische Hilfe verständigen
- ein klärendes Gespräch führen
- eine Verwarnung aussprechen
- eine Person sofort von der Veranstaltung ausschließen
- ein zeitlich begrenztes oder dauerhaftes Hausverbot erteilen
- bei Gefahr oder schweren Vorfällen Polizei oder Rettungsdienst verständigen
Ein Eingreifen kann jederzeit und ohne vorherige Verwarnung erfolgen, wenn dies zum Schutz einer betroffenen Person oder anderer Gäste erforderlich ist.
Die betroffene Person wird nicht zu einer direkten Konfrontation oder Aussprache mit der beschuldigten Person gedrängt.
9. Verantwortung der Community
Ein respektvoller Raum entsteht nicht allein durch das Awareness-Team.
Auch du trägst Verantwortung für die Atmosphäre und Sicherheit auf der Veranstaltung.
Wenn du bemerkst, dass sich jemand unwohl fühlt, bedrängt wird oder Hilfe benötigt, schau nicht weg.
Sprich die Person vorsichtig an, wenn dies sicher und angemessen möglich ist. Eine einfache Frage wie „Ist alles in Ordnung?" kann bereits helfen.
Bringe dich nicht selbst in Gefahr. Informiere bei Unsicherheit das Awareness-Team, die Security, den Einlass oder das Barteam.
Auch Situationen, die zunächst harmlos wirken, dürfen gemeldet werden. Ein frühzeitiger Hinweis kann verhindern, dass sich eine Situation verschärft.
Achte auch auf deine Freund:innen. Lasst einander nicht hilflos zurück und vergewissert euch, dass alle sicher nach Hause kommen.
Gemeinsam tragen alle Gäste dazu bei, dass Twink Death ein Ort bleibt, an dem Freiheit, Selbstbestimmung und Sicherheit miteinander vereinbar sind.
10. Vertraulichkeit
Gespräche mit dem Awareness-Team werden vertraulich behandelt.
Du entscheidest grundsätzlich selbst, welche Informationen du teilen möchtest.
Informationen werden nur an Personen weitergegeben, die sie zur Bearbeitung der Situation, zur Organisation notwendiger Hilfe oder zum Schutz gefährdeter Personen benötigen.
Eine vollständige Vertraulichkeit kann nicht zugesichert werden, wenn eine akute Gefahr für dich oder andere Personen besteht oder wenn Rettungsdienst, Polizei oder andere zuständige Stellen eingeschaltet werden müssen.
Jede Meldung wird respektvoll, sensibel und verantwortungsbewusst behandelt.
11. Medizinische Notfälle
Gesundheit und Sicherheit gehen immer vor.
Wenn du bemerkst, dass eine Person nicht mehr ansprechbar ist, Atemprobleme hat, krampft, zusammenbricht, stark desorientiert ist oder anderweitig medizinische Hilfe benötigt, informiere sofort das Awareness-Team, die Security oder das Barteam.
Lass die betroffene Person nicht allein.
Gib ihr keine weiteren Getränke, Medikamente oder Substanzen.
Versuche nicht, die Situation zu verbergen. Bei einem medizinischen Notfall zählt jede Minute.
Das Awareness-Team und die Security organisieren unverzüglich die notwendige Hilfe und informieren bei Bedarf den Rettungsdienst.
Niemand darf eine hilflose, bewusstlose oder nicht einwilligungsfähige Person zu sexuellen Handlungen drängen, berühren oder ihre Situation ausnutzen.
12. Unsere Botschaft
Twink Death steht für queere Kultur, elektronische Musik, Freiheit, Selbstbestimmung und gegenseitigen Respekt.
Du darfst laut, frei, kinky, verletzlich, zurückhaltend oder extrovertiert sein.
Du musst jedoch jederzeit die Grenzen anderer Menschen respektieren.
Bei Twink Death feiern wir Menschen, nicht Perfektion.
Wir feiern Vielfalt statt Ausgrenzung.
Wir feiern Gemeinschaft statt Egoismus.
Wer andere diskriminiert, bewusst Grenzen überschreitet oder das Sicherheitsgefühl der Community gefährdet, hat auf unseren Veranstaltungen keinen Platz.
Respekt ist keine Option. Er ist die Grundlage jeder Twink-Death-Veranstaltung.
Auch du trägst Verantwortung dafür, dass Twink Death ein Ort bleibt, an dem Freiheit und Sicherheit gemeinsam existieren können.
Fragen zum Awareness-Konzept oder Kontakt zum Awareness-Team: siehe Event-Infos.