Bottom bezeichnet im Gay-Slang meist jemanden, der beim Sex die receptive Rolle bevorzugt. Die Angabe gilt überwiegend, nicht absolut. Das Wort benennt eine Vorliebe für eine bestimmte Praktik und sonst nichts — weder einen Charakterzug noch eine Rangordnung zwischen zwei Menschen.
Kaum ein Begriff aus dem queeren Vokabular schleppt so viel Ballast mit sich. Um Bottom hat sich eine Schicht aus Witzen, Zuschreibungen und stillen Abwertungen gelegt, die mit der Sache selbst nichts zu tun hat. Wer bottom sagt, gibt eine Information über Sex weiter. Nicht über Status, nicht über Härte, nicht über den Rest seines Lebens. Gesucht wird das Wort fast immer gemeinsam mit Top, und das aus gutem Grund: Die beiden erklären sich gegenseitig und sonst wenig.
Bottom ist nicht Sub
Die häufigste Verwechslung setzt receptiv mit unterwürfig gleich. Ein Bottom kann eine Szene vollständig steuern, das Tempo vorgeben, Ansagen machen — und dabei der receptive Part sein. Umgekehrt gibt es Subs, die nie bottomen. Die eine Angabe gehört zur Praktik, die andere zu einer Dynamik, die zwei Leute miteinander aushandeln. Wer beides in einen Topf wirft, liest aus einer Körperhaltung eine Hierarchie heraus.
AT TWINK DEATH
Bottom sein sagt nichts über Persönlichkeit, Maskulinität oder Verhalten aus. Nichts über Lautstärke, nichts über Durchsetzungsfähigkeit, nichts über die Frage, wer den Abend organisiert hat. Die Zeile dazu lautet: "Bottom is a role. Not a character assessment." Bei uns steht das Wort auf einer Kachel, weil es hier keine Pointe braucht.
Verwandte Begriffe
- Top — der aktive Part, wenn er denn gewünscht ist.
- Vers — wenn beides zutrifft, je nach Abend.
- Sub — die Dynamik, die hier gerade nicht gemeint ist.
- Service Bottom — Haltung statt Position.