Ein Safer Space ist ein Raum, der bewusst so gestaltet ist, dass Diskriminierung und Grenzverletzungen möglichst wenig Platz haben. Das entscheidende Wort ist der Komparativ: safer, nicht safe. Er steht dort nicht aus Vorsicht, sondern weil er stimmt.
Kein Veranstalter kann vollständige Sicherheit garantieren. Wer es trotzdem verspricht, verkauft ein Gefühl und hat für den Fall, dass etwas passiert, keine Antwort. Der Begriff nimmt das vorweg. Er beschreibt eine Richtung, keinen Zustand, der einmal erreicht und dann abgehakt wäre.
Was möglich ist, ist dafür sehr konkret. Regeln setzen und sie vorher benennen. Strukturen schaffen, an die man sich wenden kann. Zuhören, wenn jemand etwas meldet. Eingreifen. Handeln, auch wenn es unangenehm wird und der Abend dadurch kurz unrund läuft.
Das häufigste Missverständnis ist, einen Safer Space für eine Leistung zu halten, die man mit dem Ticket mitkauft. Er entsteht nicht an der Kasse, sondern in jeder einzelnen Situation im Raum. Jeder Gast trägt zu der Umgebung bei, die um ihn herum entsteht: wie er reagiert, wenn jemand nein sagt, wie er über andere spricht, ob er hinsieht oder weggeht. Ein gut vorbereiteter Abend mit einer gleichgültigen Crowd bleibt ein unsicherer Abend.
AT TWINK DEATH
Das ist keine Fußnote im Kleingedruckten, sondern der Grund, warum die übrigen Regeln überhaupt greifen. Safer spaces are created together. Die Regeln stehen vor der Tür fest, das Awareness-Team ist erreichbar, und niemand muss begründen, warum er sich unwohl fühlt.
Verwandte Begriffe
- Awareness — die Praxis, aus der ein Safer Space besteht.
- Community First — die Reihenfolge, aus der er folgt.
- Men Only — die Formatangabe, die vorher Klarheit schafft.