Trance bezeichnet meist elektronische Tanzmusik mit hypnotischen, melodischen und häufig emotionalen Elementen. Kennzeichnend sind lange Spannungsbögen: Melodien und Flächen bauen sich über viele Takte auf, ziehen sich zurück und kommen zurück. Der Name beschreibt die Wirkung, nämlich das Gefühl, im Klang zu verschwinden.
Nicht wiederentdeckt, nur wiedergefunden
Der Stil entstand Anfang der Neunziger und war nie weg. Er hatte kommerzielle Hochphasen, danach Jahre, in denen er als peinlich galt, und die ganze Zeit über eine Szene, die weiterproduziert hat. Was gerade als Revival verkauft wird, ist vor allem ein Algorithmus, der einer neuen Generation etwas als Entdeckung vorlegt, das älter ist als sie.
Das zweite Missverständnis ist die Verengung auf Hände-in-die-Luft und Festivalbühne. Diese Spielart existiert, sie ist aber nur ein Ausschnitt. Daneben stehen dunklere, härtere und deutlich reduziertere Varianten, die im Club näher am Techno liegen als an jeder Hymne.
Was Trance im Club macht
- Die Melodie übernimmt die Rolle, die anderswo die Percussion hat.
- Spannung wird über Minuten aufgebaut statt über einzelne Effekte.
- Der Moment der Auflösung trifft kollektiv, nicht individuell.
- Emotion ist Teil der Bauweise, kein Nebenprodukt.
AT TWINK DEATH
Trance-Momente sind hier eingeplant. Nach Stunden auf hartem Low-End öffnet sich der Raum, eine Melodie legt sich über den Groove, und der Floor kippt für ein paar Minuten in etwas anderes. Manche heben die Arme, manche stehen einfach da und haben feuchte Augen. Beides ist völlig in Ordnung, und niemand kommentiert es.
"Hands up? Acceptable. Crying? Also acceptable."
Fühl etwas. Danach geht es weiter.
Verwandte Begriffe
- Bounce — der Bewegungsimpuls, der auch unter melodischen Tracks weiterläuft
- Hardgroove — der Gegenpol im Set, aus dem der Trance-Moment herausbricht
- Peak Time — die Phase, in die solche Momente meist gesetzt werden